Sterndeutung und Weltuntergang. Prophezeiungen des Weltendes anhand abendländischer Stern-Zeichensysteme
von Christian Zolles (MMag. phil.)
Zumal Himmelskörperbetrachtungen und -berechnungen bereits den jüdisch-frühchristlichen Apokalypsen immanent zu sein scheinen, steht die Frage nach kosmischen Zusammenhängen in apokalyptischen Szenarien im Zentrum. Auf welche Weise bestimmt der Blick in den Himmel abendländische Endzeitvorstellungen, auf welchem Wissen basiert dieser und wie fällt seine Vermittlung in Prophetien und Vorhersagen aus? Ausgewählte Texte, die explizit Weltenden von Sternenkonstellationen ableiten, werden hinterfragt nach
- den ihnen zugrunde liegenden Kosmologien: Die Wahrnehmung der Welt bestimmt das apokalyptische Moment. Der Glaube an eine transzendente Weltordnung zeitigt andere Endzeitvorstellungen als etwa die Vorstellung eines sich ausdehnenden und zusammenziehenden Universums, das naturwissenschaftlichen Gesetzen gehorcht;
- der Beziehung dieser Vorstellungen zum zeitgenössischen Feld des Wissens und der Wissenschaften: Diskursive und mediale Formationen, Institutionalisierungen und deren Ausschlussmechanismen bestimmen die Aussagbarkeit von Räumen, Zeiten und Enden, Begriffe, die historisch ebenso variabel sind wie jener der Apokalypse;
- den graphischen Ausdrucksmöglichkeiten (am Rand) dieses Wissens: Apokalyptik kann auch als eine stilisierte Redegattung aufgefasst werden, die oft vom Kryptogrammatischen oder Kryptischen ausgeht. Das Kryptische in Prophetien gilt es, diskursanalytisch zu verorten.
Behandelt werden vornehmlich die Zeiträume um 1500 und um 1900.
Kontakt (via E-Mail): prophetie@apokalyptik.net
Betreut wird die Dissertation von Univ. Doz. Dr. Roland Innerhofer und Univ. Prof. Mag. Dr. Meta Niederkorn