Zeit und Apokalypse. Die Konsolidierung sozial-politischer Räume im Frühmittelalter

von Veronika Wieser (Mag. phil.)

Die Periode des Übergangs von Spätantike zu Frühmittelalter ist gekennzeichnet von einem Transformationsprozess der politischen, gesellschaftlichen und religiösen Strukturen, der sich auf unterschiedliche Weise in den zeitgenössischen apokalyptischen Texten spiegelt. Diese sind Zeugnisse der “Transformation of the Roman World”, der Zeit der Veränderungen, in der die conversio Kaiser Konstantins und der beginnende Institutionalisierungsprozess der christlichen Kirche zusammenfällt mit den Bewegungen der Völkerwanderung und der Plünderung Roms im Jahr 410, der Niedergang des weströmischen Imperiums mit der Integration barbarischer Völker. Die Unterschiede in der Rezeption und Deutung dieser Ereignisse sind genauso herauszuarbeiten wie die ihnen zugrunde liegenden gemeinsamen Strukturen: die Zeit- und Identitätskonztepte, die angewendet werden, um das nahe Ende zu verkünden oder aufzuschieben.

Für die Untersuchung werden zunächst jene apokalyptischen Kommentare herangezogen, die an der Schnittstelle um 400 entstanden: jene von Aurelius Augustinus, Hieronymus und Sulpicius Severus. Diese werden unter Einbeziehung anderer maßgeblicher frühchristlicher Schriften des 2. bis 4. Jahrhunderts gelesen, um Deutungstraditionen und Narrationsraster herauszuarbeiten, in welchen apokalyptische Motive, Text- und Bildelemente aufgenommen, niedergeschrieben und umgeschrieben werden.

Zur Person

Kontakt (via E-Mail): mittelalter@apokalyptik.net

Betreut wird die Dissertation von Univ.-Prof. Dr. Walter Pohl.

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